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Neu in Kassel

Umziehen ist irgendwie immer auch wie eine Geburt.

Während mich beim Auspacken der Kisten und dem Finden neuer Plätze für jedes Fitzelchen Materie, das ich besitze, nach und nach im neuen Zuhause einniste, fühle ich mich nach dem Umzug in die unbekannte Stadt wie neugeboren.

Ein Wort, das fast immer positiv konnotiert wird. Neugeboren, das hat den Zauber des Frischen und Unverbrauchten.

Neugeboren ist aber auch schutzbedürftig, zart und nackt. Und alles unbekannt. Das Atmen, das Essen, das Verdauen, die Kleidung, die Berührung, die Bewegung. Nichts ist mehr vertraut und so wie es war.

Auch ich werde dabei ganz neu. Und verstehe erst seit ich Pränataltherapeutin bin, warum ich mich nach jedem Umzug so zerbrechlich fühle.

Ich werde ja nicht nur wiedermal neu geboren. Mein Körper und meine Psyche erinnern sich auch an die ursprüngliche Erfahrung. Das ist weniger angenehm. Und gleichzeitig meine Chance. Denn jedes Mal kann ich meine Erfahrung neu verhandeln, meine Prägung revidieren.

Scheinbar habe ich gut gearbeitet, denn dieses Mal ist meine Geburt eine sanfte. Ich werde herzlich willkommen geheißen. Ich darf mich ausruhen und

komme an.

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